Heißbegehrte Seide: So wird das edle Textil hergestellt

Die Seidenproduktion begann vor circa 5000 Jahren in China und Seide wurde schnell zu einem der begehrtesten Materialien in der ganzen Welt. Da das Ausführen der Seidenraupen und ihrer Eier unter Androhung des Todes verboten war, dauerte es 3000 weitere Jahre bis die ersten Seidenraupen in Euroa „eingeschmuggelt“ wurden und die Produktion auch hier begann. Wie genau die Seidenraupen nach Europa kamen, dazu gibt es zahlreiche Legenden. Heute wird vor allem in den mediterannen Ländern Europas, wie etwa Italien die Seide noch immer auf traditionelle Weise produziert.

Aus Seide werden allerhand feine Kleidungsstücke und Accessoires gefertigt. Krawatten und Seidentücher zählen zu vermutlich zu den bekanntesten und beliebtesten. Das Seide aus Seidenraupen gefertigt werden, wissen Sie sicherlich. Doch wie genau wird aus den Raupen das wertvolle Textil gewonnen und wieso ist Seide eigentlich so begehrt? Wir erklären, wie Seide hergestellt wird und was sie so besonders macht.
Seidenraupe und Kokons
Heute wird Seide immer noch auf gleiche Weise, aus Seidenraupen, hergestellt. Die Seidenraupen werden nach wie vor auf Maulbeerbäumen gezüchtet, von deren Blätter sie sich ernähren. Wenn die Seidenraupe sich in ihrem Kokon eingewickelt hat, wird sie vom Baum gepflückt und zur Produktionsstätte gebracht.
Die Larven in den Kokons werden dort entweder mit Wasserdampf oder mit Heißluft abgetötet. Danach werden die Kokons in ein 70 bis 100°C heißes Wasserbad gegeben, damit sich der Bast, eine Art Klebstoff der die Seidenfäden im Kokon zusammenhält, löst. Anschließend wird die oberste Schicht des Kokons abgezupft oder angekämmt. Daraus wird die sogenannte Florettseide hergestellt. Sie ist weniger wertvoll als die Rohseide, die aus der zweiten Schicht des Kokons gewonnen wird, kommt aber dennoch in den Handel. Nachdem die erste Schicht entfernt ist, wird die Zweite abgewickelt. Dieser abgewickelte Faden ist matt und nicht unbedingt geschmeidig aber sehr fest. Aus dieser Rohseide können dann verschiedene Seidenprodukte hergestellt werden. Einer der größten Qualitätsunterschiede besteht darin, wie gründlich die Fäden vom Bast gereinigt sind, denn dadurch glänzt die Seide mehr.
Hundert Prozent entbastete Seide wird Glanzseide oder Cuite-Seide genannt. Sie ist eine der teuersten Seiden und wird zu Seidendamast, Atlasseide oder Seidenduchesse verwebt. Für 1 Kilo der Rohseide werden 7 bis 9 Kilo Kokons verarbeitet. Aus einem einzigen Kokon kann ein bis zu 4 Kilometer langer Faden gewonnen werden. Die Seidenproduktion ist zudem ein sehr langer Prozess. Es dauert circa einen Monat bis ein Seidenfaden bereit für die Weiterverabeitung ist. Nicht verwunderlich also, dass Seide so besonders ist und seit jeher als Luxus-Textil beliebt ist.

Doch warum ist Seide eigentlich so begehrt?
Seide lässt sich bis zu 15 % dehnen ohne zu reißen und wirkt außerdem temperaturregulierend: Bei Hitze kühlt sie, bei Kälte hält sie warm. Desweiteren kann Seide bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit absorbieren, ohne dass sie sich nass anfühlt. Seide nimmt keine Gerüche an und hat eine schmutzabweisende Oberfläche, zudem knittert sie wenig und trocknet schnell. Was will man mehr von einem Textil? Bei diesen Eigenschaften ist es kein Wunder das viele hochwertige Krawatten aus Seide gefertigt werden. Kein anderes Material garantiert die Langlebigkeit Ihres Accessoires wie reine Seide. Achten Sie daher ganz besonders auf die Qualität, wenn Sie das nächste mal eine Krawatte kaufen.

 

Blaue Twill-Krawatte mit Mikro-Muster

Blaue Twill-Krawatte mit Mikro-Muster

Rot &Seidentuch in lila-blau-Tönen

Rot & Seidentuch in lila-blau-Tönen

Krawatte aus Jacquardseide grün

Krawatte aus Jacquardseide grün